ZX Spectrum wird 30 Jahre

Heute vor dreißig Jahren kam mein erster Computer zur Welt … ZX Spectrum.

ZX Spectrum

Für alle, die damit gar nichts mit der Bezeichnung „ZX Spectrum“ anfangenkönnen habe ich hier mal ein Paar Daten zusammengetragen:

Der ZX Spectrum wurde von Clive Sinclair als Nachfolger bzw. Weiterentwicklung des ZX80 und des ZX81 vorgestellt. Als Prozessor kommt ein Zilog Z80 (Z80A mit 3,5 MHz) zur Anwendung. Er verfügt über 16 oder 48 kByte Arbeitsspeicher (RAM) und 16 kByte ROM. Zur Datenspeicherung wurde ein handelsüblicher Compact-Cassetten-Recoder angeschlossen. Auf der Rückseite konnten an der Hauptplatine direkt Hardwareerweiterungen angeschlossen werden.

Ich erinnere mich noch genau daran, dass ich in 1983 mehrere Kassettenrecorder ausprobiert habe bis ich einen fand, bei dem dann fast jede Speicherung funktionierte.
Das Laden eines 48 kByte großen Spieles von Kassette dauerte gefühlt eine Ewigkeit … in echt aber auch schon mal zwischen 5 Minuten und ner halbe Stunde ;-)

Der Aufbau des Rechners war, wie bei allen Sinclair-Rechnern dieser Zeit, darauf ausgerichtet, möglichst preiswert zu sein. So wird nur ein Minimum an Bauteilen für einen kompletten Rechner benötigt, was den Preis nach unten drückte. Auch bei der Auswahl der Bauteile wurde gespart. Es kamen beim 48K-Spectrum defekte 64-kilobit-RAM-Bausteine zum Einsatz, bei denen die jeweils defekte 32-kilobit-Bank ausgeblendet wurde.

Ein spezieller Custom-Chip, die ULA, kümmert sich um die Bildschirmdarstellung, die Tonausgabe und die Kassettenrecorder-Schnittstelle. Im Gegensatz zum ZX81 übernimmt die ULA sämtliche Aufgaben der Bilddarstellung, so dass der Prozessor damit nicht belastet wird.

Die Grafikauflösung betrug 256 × 192 Bildpunkte (Pixel). Für die Farbdarstellung wurden jeweils 8 × 8 Pixel in Blöcke zusammengefasst, so dass effektiv nur ein Farbraster von 32 × 24 Blöcken zur Verfügung steht. In jedem Block kann die Vorder- und Hintergrundfarbe aus 8 Farben ausgewählt werden. Zusätzlich konnten die Farben eines Blocks aufgehellt oder blinkend geschaltet werden. Die Rahmenfarbe konnte separat aus 8 Farben ausgewählt werden. Als Ausgabegerät wurde ein handelsüblicher Fernseher über den Antenneneingang angeschlossen.

Der Spectrum bot nur eine sehr eingeschränkte Tonausgabe. Ein eingebauter Lautsprecher (ca. 3-4 cm Durchmesser) brachte die Töne hervor, der Tonkanal des Fernsehers wurde nicht benutzt. Der Lautsprecher war besonders bei den frühesten Modellen sehr leise. Der Lautsprecher konnte lediglich vom Prozessor ein- und ausgeschaltet werden, der auch die Tonfrequenz erzeugen musste. Dadurch blockierte die Tonausgabe den Prozessor.

Im ROM war hauptsächlich der BASIC-Interpreter mit integrierter einzeiliger Eingabeaufforderung und Betriebssystem untergebracht. Die Tastatur des ursprünglichen Spectrum bestand aus Gummitasten über einer Kontaktfolie. Im Gegensatz zu anderen Rechnern mussten und konnten die BASIC-Befehle nicht Buchstabe für Buchstabe eingetippt werden. Jede Taste war mit mehreren Befehlen belegt, so dass diese durch Drücken einer Taste eingegeben werden können. Dadurch war eine relativ schnelle und tippfehlerfreie Programmierung möglich. Da jeder BASIC-Befehl außerdem nur ein Byte Arbeitsspeicher beanspruchte, war unter BASIC ein sehr speicherplatzschonendes Programmieren möglich. Weiterhin konnte so der BASIC-Interpreter die Befehle sehr schnell erkennen.

Die Gesamterscheinung war gegenüber anderen Computern dieser Zeit klein. Das Netzteil wurde als externes Kabelnetzteil ausgeführt. Die Farbe des ZX Spectrum war schwarz, die Beschaffenheit der Tastatur erinnerte an Radiergummis. Im Betrieb erwärmte sich das Gerät sehr stark, was die Lebensdauer der Kontaktmatte der Tastatur beeinträchtigte. Wenn der ZX Spectrum ein eingebautes Display gehabt hätte wäre er schon fast mit einem iPad der heutigen Generation vergleichbar ;-))

Für damalige Verhältnisse gab es schon beeindruckende Programme, unter anderem ein 1 Kilobyte großes Schachprogramm mit Grafikausgabe …

Via Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Sinclair_ZX_Spectrum)

Zwar gab es Google vor 30 Jahren noch gar nicht und niemand hätte auch nur im entferntesten mit der Entwicklung der letzten Jahre gerechnet; aber Google hat heute trotzdem oder gerade deswegen ein Doodle zu Ehren des ZX Spectrum herausgebracht:

ZX Spectrum Doodle

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